Mädchen in Männerdomäne


Als Kind träumte Carolina davon, Ärztin zu werden. Doch dann machte sie ein Praktikum und fand in einer Männerdomäne ihren tatsächlichen Traumberuf. Vor vier Jahren hat sich Carolinas Berufswunsch schlagartig geändert. Während eines Familienfests geriet sie mit ihrem Onkel in einen Disput, weil dieser steif und fest behauptete, Mädchen seien in handwerklichen Berufen nicht gut aufgehoben. Das wollte Carolina nicht auf sich sitzen lassen und dem Onkel das Gegenteil beweisen: In den Osterferien würde sie ein Praktikum in seiner Kfz- Werkstatt machen um zu beweisen, dass auch Mädchen als Mechatronikerin eine gute Figur machen.

Die ersten drei Tage waren für Carolina hart. Die körperliche Arbeit war sie nicht gewohnt, von der Technik eines Autos hatte sie keinen blassen Schimmer und die Arbeitskollegen gingen auch nicht gerade zimperlich mit ihr um. Aber sie hat gekämpft, sich engagiert und stets Fragen gestellt, wenn sie etwas nicht verstand. Und nach den zwei Wochen musste ihr Onkel eingestehen, dass sie sich wacker – und durchaus besser als manch männlicher Praktikant – geschlagen hatte.

Sie machte sich auf die Suche nach einem weiteren Praktikum als Kfz-Mechatronikerin und wurde für die nächsten Sommerferien fündig: Ein großer Automobilhersteller ermöglichte ihr ein vierwöchiges Praktikum in der Werkstatt einer Niederlassung. Bei der Bewerbung war ihr das Zeugnis aus der Werkstatt ihres Onkels eine große Hilfe: Damit konnte Sie zeigen, dass sie schon Erfahrungen in der Branche gesammelt hatte.

Zum Abschluss ihres zweiten Praktikums rief sie ihr Chef in sein Büro. Aus lauter Angst, sie hätte einen Fehler gemacht, fiel ihr fast der Schraubenschlüssel aus der Hand. Doch es sollte ganz anders kommen: Mit ihrer zielgerichteten und genauen Arbeit hatte sie Kollegen wie Vorgesetzten gleichermaßen imponiert, ihre offene und freundliche Art hatte sie beliebt gemacht. Deshalb war das Angebot, nach ihrem Schulabschluss im nächsten Jahr eine Ausbildung im Betrieb zu machen, nur noch für Carolina eine Überraschung.

Mittlerweile hat sie ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen. Und ihre weiteren Pläne? „Ich möchte die Meisterschule besuchen“, erzählt Carolina, steigt in einen Sportwagen und fährt ihn auf die Hebebühne.


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