Lara studiert BWL in Köln


Eckdaten: Lara Kremer, 23 Jahre, BWL Studium an der Universität zu Köln, 4. Semester

Hallo Lara, der Studiengang Betriebswirtschaftslehre ist ja sehr beliebt, was hat dich persönlich zum BWL Studium in Köln bewegt?
Ich hatte lange Zeit sehr starke Vorurteile gegenüber BWL´ern, also Menschen die BWL studieren. Ich dachte das wären so langweilige Leute wie Bänker, die einen sicheren Beruf haben wollen, wo man schnell viel Geld verdient, ohne Rücksicht auf Verluste. Menschen, denen es an Leidenschaft und richtigen Interessen fehlt, die eben einfach drauf los studieren. Nach dem Abi habe ich dann überlegt wo es hingehen soll und dabei fiel mir auf, dass ich kein richtiges Berufsziel habe und mir so Vieles vorstellen kann. Ich wollte mich nicht direkt auf einen Beruf festlegen. Weil ich mich für einen sehr sozialen Mensch halte, der einen Beitrag zum Gemeinwohl leisten möchte, begann ich ein Studium der Sozialwissenschaften in Köln. Auf lange Sicht wollte ich in einen Beruf, der sinnvoll ist und hinter dem man stehen kann, der Menschen irgendwie nützt.

Und wie kam es dann zum Bruch?
Wenn man SoWi in Köln studiert belegt man mit den BWL´ern gemeinsame Kurse. Ich merkte dann schnell, dass mir die Fächer im Bereich BWL wesentlich besser gefallen, als VWL und Soziologie, was ich in meinem Studium als Schwerpunkt hatte. Dann hat ein Umdenken bei mir stattgefunden. Ich habe richtig nette BWL´er kennengelernt, die klare Ziele verfolgten und überhaupt nicht langweilig und Karrieregeil waren. Wobei man bei so vielen hunderten von Menschen die BWL studieren sagen muss, die Karrieregeilen gibt es auch! Inzwischen denke ich aber, dass es in jedem Beruf richtig nette und kreative Leute gibt. Ich glaube, dass es ganz schön arrogant und überheblich von mir war, sich ein Bild über die Persönlichkeit eines Menschen nur wegen seiner Berufswahl zu machen. So eindimensional ist kaum ein Charakter, hinter vielen Leuten stecken doch ganz facettenreiche Persönlichkeiten.

Wie ging es dann weiter?
Studium abbrechen, neues Studium beginnen, bereits belegte Seminare anrechnen lassen. Der Übergang war fließend. Anstelle von VWL, der Lehre darüber wie ein Volk wirtschaftet, lerne ich jetzt BWL, also wie ein Unternehmen wirtschaftet. Klar, manchmal finde ich es ganz schön brutal, wie Menschen zu Zahlen werden, aber ich denke nur so kann man begreifen, wie unsere Arbeitswelt tatsächlich funktioniert. Egal ob man in eine Organisation, eine Institution, einen Familienbetrieb oder einen Großkonzern geht, sie alle obliegen den Maximen des wirtschaftens und brauchen einen gesunden Geldfluss. Deshalb finde ich BWL sehr hilfreich, egal wo man hin will.

Und wo willst du jetzt hin?
So ganz habe ich mich noch immer nicht entschieden. Es gibt einfach zu viele Bereiche die spannend sind. Aber vor allem interessiert mich das Personalwesen, weil man dann mit Menschen umgehen und sich für Belange der Mitarbeiter einsetzen kann. Aber auch das aufstrebende Feld der Nachhaltigkeit ist spannend. Ich werde demnächst ein Praktikum bei einer Consultingfirma machen, die Unternehmen zum Thema Nachhaltigkeit berät. Man nennt das „Corporate Social Responsibility“. Es geht darum, wie Firmen einen Beitrag zur Ökologie oder auch sozialen Gerechtigkeit leisten können und gleichzeitig daraus Profit schlagen. Das erscheint mir doch eine sinnvolle Sache!

Das klingt ja spannend, wir wünschen dir viel Erfolg bei deinem weiteren Lebensweg!


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